Rollstuhl-Rugby

In Deutschland spielen derzeit (Stand April 2010), ca. 330 Aktive (darunter 40 Frauen!) Rollstuhl- Rugby. Rollstuhlrugby stammt ursprünglich aus Kanada und ist eine Mannschaftssportart für Menschen mit Behinderungen an mindestens 3 Extremitäten. Vorwiegend spielen Tetraplegiker (d.h. Querschnittlähmung ab dem Halswirbel), bei denen ca. 80% der Muskulatur gelähmt ist. Es wird in 4 Leistungsklassen – Champions League (international) sowie – in Deutschland - 1. und 2. Bundesliga und Regionalliga gespielt.
Gespielt wird auf einem normalen Basketballfeld. Die effektive Spielzeit beträgt 4x8 Minuten. Jede Mannschaft hat 4 Spieler auf dem Feld, von denen jeder den Ball maximal 10 Sekunden halten darf. Dann muss er ihn dribbeln oder abgeben.

Ziel beim Rollstuhlrugby ist es, einen Volleyball über eine durch 2 Pylone, 8 m breite markierte Torlinie zu bringen, wobei sich der Ball im Besitz des Spielers befinden muss. Er darf also nicht über die Torlinie gerollt oder geworfen werden. Die gegnerische Mannschaft versucht dies durch massiven Rollstuhlkontakt zu verhindern, wobei jedoch kein Körperkontakt gestattet ist. Erlaubt ist nur der Rollstuhlkontakt (Ausnahme: Berühren des Rollstuhls hinter der Hinterachse = Spinning, was den Rollstuhl unbeherrschbar macht). Startet die Mannschaft einen Angriff, muss binnen 12 Sekunden die gegnerische Hälfte erreicht sein. Ein Zurückspiel des Balles in die eigene Hälfte ist nicht gestattet.

Der Strafraum (key = 8m x 1,75m) ist der Torlinie vorgesetzt. Dieser darf nur von maximal drei Spielern verteidigt werden. Vier Timeouts zu jeweils einer halben Minute und zwei technische Timeouts mit jeweils einer Minute, die von der Bank genommen werden können, stehen jeder Mannschaft pro Spiel zur Verfügung. Der Ball darf gepasst, geworfen, gedribbelt und auf dem Schoß transportiert werden. Nach 10 Sekunden muss der Ball geprellt oder abgegeben werden. Der Ball darf nur 12 Sekunden in der eigenen Hälfte gehalten werden. In den internationalen Ligen, hat jedes Team 40 Sekunden Zeit einen Angriff abzuschließen. Insgesamt beträgt die Spielzeit beim Rollstuhl-Rugby 4x8min. (effektive Spielzeit). Schlussendlich gewonnen hat diejenige Mannschaft, die am Ende die meisten Punkte erzielt hat. Ein Angreifer darf sich dabei maximal 10 Sekunden im gegnerischen Key aufhalten.

Die Punktzahl eines Spielers wird durch einen Klassifizierer ermittelt. Mitspielen dürfen Menschen die mindestens an 3 Gliedmaßen Einschränkungen vorweisen können. Zumeist Querschnitts- gelähmte, Amputierte, Polio Gelähmte und Spastiker. Die Punktzahl, die ein Spieler bekommt, richtet sich nach der schwere seiner Behinderung. Die Punkteskala reicht von 0.5 - 3.5 Punkte. Je höher die Punktzahl, desto weniger ist der Spieler behindert. Gespielt wird auf einem normal großen Basketballfeld in der Halle. Auf dem Spielfeld befinden sich stets zwei Mannschaften zu je vier Spielern. Die Spieler einer Mannschaft dürfen international zusammen nicht mehr als acht Mannschafts-Punkte haben. National wird mit sieben Mannschaftspunkten gespielt, um den Schwerstbehinderten eine faire Spielbeteiligung zu gewährleisten.
Selbstverständlich gibt es auch Regelverstöße beim Rollstuhl-Rugby. Verstößt ein Spieler gegen eine Regel, so verliert seine Mannschaft entweder den Ballbesitz oder der Spieler muss bei gegnerischem Ballbesitz, bis der Gegner ein Tor erzielt, aber maximal eine Minute, auf die Strafbank.
Die wichtigsten Verstöße:
- Rollstuhlkontakt während einer Spielunterbrechung
- Rückspiel in die eigene Hälfte
- körperliche Berührung des Gegners
- hineinfahren in den Rollstuhl des Gegners hinter der Hinterachse, sodass sich der Rollstuhl um die eigene Achse dreht
- körperliche Berührung des Gegners
Verstößt ein Spieler gegen eine Regel, so verliert seine Mannschaft entweder den Ballbesitz oder der Spieler muss bei gegnerischem Ballbesitz, bis der Gegner ein Tor erzielt, aber maximal eine Minute, auf die Strafbank.
Mehr zum Rollstuhl-Rugby:
www.rollstuhl-rugby.de/10_sport.htm
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http://de.wikipedia.org/wiki/Rollstuhlrugby
und zum Regelwerk:
In Deutschland wird der Fachbereich durch den ersten Vorsitzenden Philip Örüm, dem zweiten Vorsitzenden Dr. Horst Strohkendl und dem Geschäftsführer Heiko Striehl als geschäftsführenden Vorstand geleitet. Des Weiteren besteht der Vorstand aus 8 unterschiedlichen Ausschüssen. Die deutsche Nationalmannschaft ist recht aktiv und hat bereits an den Paralympics in Sydney 2000, Athen 2004 und Peking 2008 teilgenommen. Sie belegt den 8. Weltranglistenplatz.






